Ide und Co auf der Jagd nach Meisterschaftsnormen in Hannover und Paderborn
Leichtathletinnen des TV Jahn Rheine stellten am ersten Januarwochenende ihre Form im ersten Wettkampf des Jahres auf den ersten Prüfstand.

Bild links:
Martha und Frieda im Ahornsportpark: v.l. Martha und Frieda Fischer hatten Spaß im ungewohnten Ambiente des Ahornsportparks
Bild rechts:
Gingen erfolgreich im Olympiazentrum in Hannover an den Start: v.l.: Trainer Martin Lange, Johanna Ide, Shania Klinge, Sanja Terjuhlen und Debora Klinge (es fehlt Anni Janssen)
Am vorletzten Wochenende (3./4. Januar) mussten sich die Athleten des TV Jahn Rheine gezwungenermaßen auf verschiedene Wettkämpfe aufteilen, da verschiedene Ausrichter nur ausgewählte Altersklassen oder entsprechende Leistungsniveaus anboten. Daher hieß es für Anni Jannsen (W 14) am Samstag, und für Johanna Ide (WJU20), Sanja Terkuhlen (F), Shania Klinge (F) sowie Debora Klinge (F) am Sonntag den längeren Weg zum hochklassig besetzten Hallensportfest im Qlympiastützpunkt nach Hannover zu nehmen, während es für Frieda Fischer (W15) und ihre jüngere Schwester Martha (W12) in die Leichtathletikhalle nach Paderborn ging.
Anni Jannsen ging motiviert im Schülerfeld (W14) im Weitsprung an den Start. Die frischgebackenen 5m Springerin (5,01m) hatte sich im Anbetracht der Vorleistungen erneut Hoffnungen auf 5m-Sprünge gemacht, zumal die im Dezember erbrachten 5,01 m bereits die Norm für die Westfalenmeisterschaften bedeuteten und ihr damit früh Qualifikationsdruck von den Schultern genommen wurde. Athletisch zeigte sich Anni in ausgezeichneter Form, doch leider zeigten sich im Anlauf noch Unregelmäßigkeiten, die dazu führten, dass sie einige richtig gute und weite Sprünge übertrat. So standen für sie am Ende leider nur 4,75 m und ein fünfter Platz in einem starken Springerfeld zu Buche. Nun gilt es für Anni bis zu den Westfalenmeisterschaften Ende Januar einen stabilen Anlauf zu erarbeiten und erneut ihr eigentliches Leistungsvermögen zu zeigen.
Seit Dezember von gesundheitlichen Problemen immer noch angeschlagen und gezeichnet trat Johanna Ide Im Drei- und Weitsprung erstmals in der Altersklasse der weiblichen Jugend U20 an. Glücklicherweise hatte auch sie bereits im Dezember die für die Deutschen Meisterschaften erforderliche Norm (11,90m) mit ihrem 12,50m Sprung abgehakt. Trotz noch unsicherer Technik und schwerfälliger Beine gelang es ihr im Dreisprung den Hop-Step- Jump mit viel Kampfgeist auf 11,90m zu ziehen. Diese für sie persönlich eher enttäuschende Leistung bedeuteten im hochkarätig besetzten Feld den 1. Platz und die Bestätigung der Deutschen U20-Norm (11,90m). Im Weitsprung fehlten ihr nach dem kräftezehrenden Dreisprung dann deutlich die Körner für eine gute Weitsprungleistung. Mit 5.03 m belegte sie Platz 6. und sicherte sich damit aber die Teilnahme an den westfälischen Meisterschaften.
Sanja Terkuhlen zeigte sich ebenfalls noch in der Findungsphase. Nach Veränderungen im Kraft- und Techniktraining zeigen sich bei ihre in Teilbereichen positive Veränderungen, die es aber noch gilt in eine effektive Bewegung zusammenzuführen. So gelang es ihr im Dreisprung mit 10,25 m nahe an ihre Hallenbestleistung (10,26m) heranzuspringen, aber die Sprünge im Einspringen zeigten, dass wenn alles etwas besser zusammenkommt auch Sprünge auf größere Weiten möglich sind. Gleiches konnte man auch beim Hochsprung beobachten. Hier sprang sie 1,54 m und konnte sich mit der Bronzemedaille einen Podiumsplatz sichern. Auch hier ist langfristig mit mehr Routine (ca. 100-150 Trainingssprünge) damit zu rechnen, dass es über die 1,60 m gehen wird. Beide Leistungen sichern Terkuhlen die Teilnahme an den westfälischen Meisterschaften.
Shania und Debora Klinge nahmen beide am 60-M-Sprint und dem anschließenden Weitsprung teil. Beide Athletinnen zeigten sich gut in Form und stellten in Ihren Disziplinen jeweils zwei neue Bestleistungen auf. Shania erreichte das Ziel in einem national sehr stark besetzten Sprinterinnenfeld als 35.te in 8,73 s. Ihre Schwester Debbi belegte in 8,47 s Rang 29. Für beide bedeuten die Zeiten mit großer Wahrscheinlichkeit die Teilnahme an den westfälischen Meisterschaften. Im Weitsprung verbesserte sich Shania auf 4,49m und sicherte sich damit Platz 11. Debbi sprang auf die neue Bestweite von 4,68m und erreichte Rang 8. Mit etwas Glück könnten beide mit diesen Leistungen ebenfalls bei den Westfalenmeisterschaften dabei sein.
Martha und Frieda Fischer starteten am Sonntag bei den Hallenkreismeisterschaften im Ahorn-Sportpark. Für beide war es der erste Wettkampf in einer großen Leichtathletikhalle und somit in einer gänzlich ungewohnten Umgebung und Atmosphäre.
Frieda Fischer (W15) begann mit dem 60m-Lauf. Sie sprintete in einer Zeit von 9,31s über die Ziellinie und wurde damit dreizehnte in ihrer Altersklasse. Ihre Schwester Martha versuchte sich in der gleichen Disziplin in der Altersklasse W12. Nach einem aktiven und mutigen Lauf über die gesamte Länge von 60m stoppte die Uhr im Ziel bei 9,86s. Damit erreichte sie exakt ihre bestehende Bestzeit und sicherte sich einen guten elften Platz.
Frieda startete abschließend noch über die 60m-Hürden. Hier erreichte sie nach einem technisch soliden Lauf in 10,99 Sekunden das Ziel und wurde vierte in der Gesamtwertung bei den W15. Ob diese Leistung für die Westfalenmeisterschaften ausreichen wird, wird sich aufgrund der hohen Zahl an Konkurrentinnen in der kommenden Woche noch zeigen müssen.
Trainer Martin Lange und Wolfgang Göcken zeigten sich mit den erbrachten Leistungen zufrieden. Athletisch und technisch sind fast alle Athleten solide Unterwegs. Mit dem anstehenden Training sollte noch etwas mehr Routine und Selbstvertrauen aufgebaut werden, so dass auf weitere Leistungssteigerungen und Bestleistungen zu den anstehenden Meisterschaften Ende Januar und im Laufe des Februars gehofft werden kann.
Sportlerehrung der Leichtathleten des TV Jahn Rheine
Kurz vor den Weihnachtsferien fand traditionell die Sportlerehrung der Leichtathletikabteilung des TV Jahn Rheine statt. Neben den Sportlern waren auch Eltern, Geschwister und alle Trainer in die ÜMI-Räume der Edith-Stein-Schule eingeladen. Etwa 40 Gäste verbrachten den Nachmittag gemeinsam bei weihnachtlicher Stimmung mit Plätzchen, Kuchen und Getränken.
Trainerin Dörthe Lange dankte allen Eltern, Trainern, Helfern, Kampfrichtern und den Sportlern für ihren Beitrag zu einer Saison mit zahlreichen Wettkämpfen und Veranstaltungen. Neben den Trainingslagern in Paderborn (im Frühjahr) und in Meppen (im Herbst) hatten zahlreiche (auch junge) Helfer die Ausrichtung der Kreis-Mehrkampfmeisterschaften und der Kreis-Crossmeisterschaften unterstützt.
Alle Wettkampfteilnehmer erhielten eine Urkunde mit einer Übersicht ihrer Wettkämpfe, Leistungen und Platzierungen. Die Sportler konnten im Jahr 2025 32 Kreismeistertitel und damit über 10 mehr als in der letzten Saison gewinnen. Außerdem gab es drei Münsterlandmeister vom TV Jahn Rheine. Zu erwähnen sind auch Tristan Guttermann, Lia Hüweler, Johanna Ide, Dörthe Lange, Leo Neugebauer, Ella Pukall, Mats Sojka und Sanja Terkuhlen, die an westfälischen Meisterschaften teilgenommen haben. Lange wurde dabei dreimal Westfalenmeisterin und einmal westfälische Vizemeisterin, Ide wurde dreimal westfälische Vizemeisterin. Beide qualifizierten sich auch für die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften, die für Lange mit einem ersten und einem dritten Platz erfolgreich endete. Für ihre Leistungen wurden die beiden Sportlerinnen von der MV für die Wahl zum Sportler des Jahres aufgestellt. Von den jüngeren Sportlern wurden Tristan Guttermann, Lia Hüweler und Ella Pukall in die Kreis-Auswahlmannschaft für den Vergleichskampf der Münsterlandkreise berufen. Darüberhinaus wurden auch einige Vereinsrekorde in der erfolgreichen Saison verbessert.
Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung der Sportabzeichen und Laufsportabzeichen.
Es wurden insgesamt 27 Sportabzeichen, davon 23 Jugend- und 4 Erwachsenensportabzeichen, an die Sportler und auch ihre Eltern verteilt. Zusätzlich wurde die Familie Pukall/Vogel (mit Ella, Jenni und Nils) mit dem Familiensportabzeichen geehrt, das ausgestellt wird, wenn mindestens drei Familienmitglieder aus zwei Generationen das Sportabzeichen absolviert haben.
Folgenden Teilnehmern wurde das Sportabzeichen verliehen:
Jugendsportabzeichen Bronze: Jil Beckmann (2017, 1. Prüfung) und Mila Hermeling (Jahrgang 2017, 2. Prüfung)
Jugendsportabzeichen Silber: Tristan Guttermann (2012, 6. Prfg.), Marianne Herrmann (2016, 3. Prfg.), Illia Hordiienko (2012, 3. Prfg.) und Malte Jürgens (2017, 3. Prfg.)
Jugendsportabzeichen Gold: Clara Ecker (2011, 6. Prfg.), Frieda Fischer (2011, 1. Prfg.), Martha Fischer (2014, 1. Prfg.), Charlotte Hagedorn (2011, 7. Prfg.), Jonathan Herrmann (2014, 5. Prfg.), Lia Hüweler (2013, 2. Prfg.), Johanna Ide (2008, 10. Prfg.), Philip Jürgens (2014, 4. Prfg.), Merle Klesper (2014, 2. Prfg.), Maya Klostermann (2013, 5. Prfg.), Helen Kockmann (2017, 1. Prüfung), Frieda Krabbe (2017, 3. Prfg.), Leo Neugebauer (2010, 7. Prfg.), Ella Pukall (2012, 2. Prfg.), Nils Pukall (2017, 1. Prfg.), Leo Rausing (2018, 1. Prfg.) und Mats Sojka (2011, 5. Prfg.)
Sportabzeichen Gold: Linda Klesper (2. Prfg.), Dörthe Lange (31. Prfg.), Jenni Vogel (1. Prfg.) und Klaus Werning (1. Prfg.)
Beim weniger bekannten Laufsportabzeichen mussten die Sportler zwischen 15 min (Stufe 1) und 120 min (Stufe 5) ohne Pause laufen. Insgesamt 15 Athleten konnten eine Urkunde mit nach Hause nehmen:
Stufe 1 (15 min laufen): Jil Beckmann (2017), Henry Ecker (2016), Mila Hermeling (2017), Frieda Krabbe (2017), Nika Vogel (2019) und Helen Kockmann (2017)
Stufe 3 (60 min laufen): Frieda Fischer (2011), Marianne Herrmann (2016), Leo Neugebauer (2010) und Mats Sojka (2011)
Stufe 4 (90 min laufen): Tristan Guttermann (2012)
Stufe 5 (120 min laufen): Clara Ecker (2011), Jonathan Herrmann (2014), Illia Hordiienko (2012) und Maya Klostermann (2013)
Außerdem wurde das Wiederholungsabzeichen mit Silberkranz an Jonathan Herrmann und Mats Sojka für die Stufe 2 und an Maya Klostermann für die Stufen 2 und 3 verliehen, da sie dieses Laufsportabzeichen bereits zum 5. Mal erreicht hatten.
Mit guten Wünschen für eine erfolgreiche Saison 2026 mit vielen Wettkämpfen und einem Aufruf zur Wettkampfteilnahme endete der Nachmittag und alle Sportler konnten mit einer Urkunde, einem Abzeichen und einem Weihnachtstütchen den Heimweg antreten.
Johanna Ide verewigt sich in der ewigen Deutschen Bestenliste
Dreispringerin des TV Jahn Rheine springt angeschlagen zur neuen Bestleitung

Johanna Ide (TV Jahn Rheine) knackt im Dreisprung mit 12,50 m souverän die Qualifikationsnorm für die Deutschen U20-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen
Am vergangenen Donnerstag nahm Johanna Ide (WJU 18) vom TV Jahn Rheine am Dreisprungmeeting in Ibbenbüren teil. Der Wettkampf stellte für sie den Auftakt in die Hallensaison 2025/26 dar und spielt im Anbetracht rar gesäter Dreisprungwettkämpfe eine wichtige Rolle, um sich für die Deutschen U20-Meisterschaften in Sindelfingen am 20.-22.02. 2026 zu qualifizieren. Noch 14 Tage zuvor waren Ide und ihr Trainer aufgrund der bisherigen Trainingsergebnisse sicher, dass Ide die Qualifikationsnorm von 11,90 m problemlos springen würde. Doch gut eine Woche vor dem Wettkampf zog Ide sich unglücklicherweise eine starke Erkältung zu und hatte diese bis zum Wettkampftag noch nicht gänzlich auskuriert. Gemessen an ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit war es fraglich, ob es ihr in ihrem angeschlagenen Zustand gelingen würde, die nötige Energie aufzubringen, um die Norm zu erreichen. Die Trainingsleistungen am Montag waren im Vergleich zu den hervorragenden Leistungen in den Wochen davor sehr ernüchternd gewesen und zeigten, dass Ide mehr als einen Meter an ihr bisheriges Trainingsniveau verloren hatte. Dennoch ließ Ide sich nicht beirren. In ihrem ersten Versuch verschenkte sie ein wenig Weite am Brett und konnte den Sprung auf sehr gute 11,85 m ziehen. Im zweiten Versuch schaffte es Ide einen technisch extrem guten Hop-Step-Jump hinzulegen. Die gute Technik kompensierte etwas den starken Kraftmangel und sie flog auf die neue persönliche Bestweite von 12,50 m (vorher 12,26 m). Auch im Folgenden gelangen ihr technisch herausragende Sprünge. Im dritten Versuch zog sie noch etwas an. Der Hop landete bei etwa 5 m und der Step ging dann schon knapp über 9 m, so dass eine noch größere Endweite zu erwarten gewesen wäre, doch leider konnte sie in ihrem angeschlagenen Zustand den Sprung nicht sauber stehen. Sie geriet in eine leichte Körpervorlage und musste daher den Sprung abbrechen. Mit 12,06 m, 12,25 m und 12,13 m in den letzten drei Versuchen zeigte sie trotz stetig steigender Ermüdung drei weitere Sprünge über die 12 m- Marke, die sie bisher erst in einem Wettkampf im Spätsommer übertreffen konnte. Mit den 12,50 m konnte Ide sich den Sieg, den Hallenkreisrekord und Platz 1 in der aktuellen deutschen Hallenbestenliste sichern. Gleichzeitig hat sie die Norm für die deutschen U20-Hallenmeisterschaften abgehakt und als Bonus sogar die B-Norm (12,25 m) für die Deutschen Hallenmeisterschaften der Männer und Frauen in Dortmund zu erzielt, so dass dort ebenfalls die Chance auf einen möglichen Start besteht. Wie hoch ihr Sprung einzuordnen ist, zeigt die Tatsache, dass Ide mit ihrer Weite jetzt Platz 4 der ewigen deutschen Hallen-Bestenliste der WJU18 belegt. Ide und Lange freuen sich nun auf die weitere Saison, da sich beide sicher sind, dass Ide in gesundem Zustand deutlich weiter springen kann. Das Ziel ist es nun gesund zu werden und dann möglichst bald die 13 m-Marke anzugreifen.
