Im vorherigen Teil dieser Gesundheitsreihe ging es darum, wie aus guten Vorsätzen realistische Ziele werden. Doch viele Menschen machen die Erfahrung, dass selbst gut formulierte Ziele im Alltag wieder in den Hintergrund rücken. Der Grund dafür liegt selten im fehlenden Willen, sondern meist darin, dass neue Vorhaben nicht zur Gewohnheit werden.
Unser Alltag besteht zu einem großen Teil aus Routinen. Viele Abläufe laufen automatisch ab, ohne dass wir bewusst darüber nachdenken müssen. Genau dieses Prinzip lässt sich auch für Bewegung nutzen. Was regelmäßig zur gleichen Zeit oder im gleichen Zusammenhang stattfindet, braucht deutlich weniger Überwindung als spontane Entscheidungen.
Ein entscheidender Schritt ist deshalb, Bewegung fest einzuplanen. Statt sich vorzunehmen, „irgendwann in der Woche“ aktiv zu sein, hilft ein konkreter Zeitpunkt: zum Beispiel an festen Wochentagen, nach der Arbeit oder im Anschluss an eine andere regelmäßige Aktivität. Bewegung wird dadurch zu einem festen Bestandteil des Tages – ähnlich wie andere Termine.
Ebenso wichtig ist ein realistischer Einstieg. Gerade nach längeren Pausen oder bei wenig Bewegungserfahrung ist es sinnvoll, bewusst klein zu beginnen. Kurze Einheiten reichen aus, um eine Routine aufzubauen. Entscheidend ist nicht, wie lange oder wie intensiv trainiert wird, sondern dass Bewegung regelmäßig stattfindet. Wer sich nicht überfordert, bleibt langfristig eher dabei.
Hilfreich ist außerdem, Bewegung mit bestehenden Gewohnheiten zu verknüpfen. Das kann bedeuten, aktiv zu werden, wenn man ohnehin schon unterwegs ist, oder Bewegung mit sozialen Kontakten zu verbinden. Gemeinsame Aktivitäten, kurze Gespräche oder feste Zeiten mit anderen erhöhen die Verbindlichkeit und machen Bewegung zu einem positiven Bestandteil des Alltags.
Auch äußere Rahmenbedingungen spielen eine Rolle. Bequeme Kleidung bereitlegen, feste Zeiten reservieren oder Wege kurz halten – all das senkt die Hemmschwelle. Je weniger Hindernisse bestehen, desto leichter fällt es, aktiv zu bleiben.
Rückschläge gehören zu jeder Routine dazu. Krankheit, Urlaub oder stressige Phasen unterbrechen auch gut etablierte Gewohnheiten. Entscheidend ist nicht die Unterbrechung selbst, sondern der Wiedereinstieg. Wer sich erlaubt, nach Pausen einfach weiterzumachen, statt alles infrage zu stellen, bleibt langfristig erfolgreicher.
Gewohnheiten entstehen nicht über Nacht. Sie entwickeln sich durch Wiederholung, Geduld und realistische Erwartungen. Wer Bewegung fest in den Alltag integriert, schafft die Grundlage dafür, dass Gesundheit nicht vom inneren Schweinehund abhängt, sondern selbstverständlich wird. Warum gerade Krafttraining eine wichtige Rolle für Gesundheit in jedem Alter spielt, darum geht es in 3 Wochen in dieser Gesundheitsreihe.