Trainingsmythen im Faktencheck

Was stimmt wirklich?

Rund um Training, Ernährung und Gesundheit kursieren unzählige Tipps und vermeintliche Wahrheiten. Manche stammen aus sozialen Medien, andere hört man im Freundeskreis oder liest sie im Internet. Doch nicht alles, was häufig wiederholt wird, ist auch richtig. In diesem Teil unserer Gesundheitsreihe nehmen wir einige der bekanntesten Trainingsmythen unter die Lupe.

Mythos 1: „Frauen bekommen vom Krafttraining automatisch dicke Muskeln.“

Stimmt nicht. Krafttraining sorgt bei Frauen in erster Linie für mehr Kraft, eine bessere Körperhaltung und eine straffere Muskulatur. Der starke Muskelaufbau, den viele mit Bodybuildern verbinden, ist aufgrund der hormonellen Voraussetzungen deutlich schwerer zu erreichen als häufig angenommen. Wer regelmäßig Krafttraining betreibt, formt seinen Körper – er wird dadurch nicht automatisch „zu muskulös“.

Mythos 2: „Je mehr Training, desto besser.“

Teilweise richtig. Regelmäßiges Training ist wichtig – entscheidend ist jedoch nicht nur die Häufigkeit, sondern auch der Trainingsaufbau. Wer dieselbe Muskelgruppe jeden Tag intensiv trainiert, verhindert häufig den gewünschten Fortschritt, weil dem Körper die notwendige Regeneration fehlt. Mit einem gut durchdachten Trainingsplan kann man durchaus sehr häufig trainieren. Dann werden die Belastungen sinnvoll auf verschiedene Muskelgruppen verteilt, sodass jede Muskulatur ausreichend Zeit zur Erholung erhält. Nicht die Anzahl der Trainingstage entscheidet über den Erfolg, sondern die richtige Kombination aus Belastung und Erholung.

Mythos 3: „Nach 18 Uhr sollte man nichts mehr essen.“

Stimmt nicht. Unser Körper schaut nicht auf die Uhr. Entscheidend ist vielmehr, wie viele Kalorien über den gesamten Tag aufgenommen werden und ob diese zur persönlichen Zielsetzung passen. Wer seine Kalorien im Blick hat, kann auch am Abend essen, ohne automatisch zuzunehmen. Für viele Menschen passt eine größere Abendmahlzeit sogar besser in den Alltag. Wichtig ist also nicht die Uhrzeit, sondern die gesamte Ernährung.

Mythos 4: „Eiweiß ist nur etwas für Bodybuilder.“

Stimmt nicht. Eiweiß ist ein wichtiger Baustoff für den gesamten Körper – unabhängig davon, ob jemand Leistungssport betreibt oder nicht. Es unterstützt den Erhalt der Muskulatur, spielt eine wichtige Rolle beim Muskelaufbau und hilft auch während einer Gewichtsabnahme dabei, möglichst

wenig Muskelmasse zu verlieren. Gerade mit zunehmendem Alter gewinnt eine ausreichende Eiweißzufuhr zusätzlich an Bedeutung, da der natürliche Muskelabbau verlangsamt werden kann.

Mythos 5: „Mit Bauchtraining verbrennt man Bauchfett.“

Stimmt nicht. Bauchmuskeltraining stärkt die Bauchmuskulatur – Fett an einer bestimmten Körperstelle lässt sich dadurch jedoch nicht gezielt abbauen. Wo der Körper Fett verliert, ist genetisch mitbestimmt und lässt sich nicht durch einzelne Übungen steuern. Wer Körperfett reduzieren möchte, braucht vor allem ein passendes Kaloriendefizit, regelmäßige Bewegung und Geduld. Ein trainierter Bauch wird erst dann sichtbar, wenn auch der Körperfettanteil entsprechend sinkt.

Rund um Training und Ernährung gibt es viele gut gemeinte Ratschläge – einige davon stimmen, andere halten sich hartnäckig, obwohl sie wissenschaftlich längst widerlegt sind. Deshalb lohnt es sich, Aussagen kritisch zu hinterfragen und sich auf fundierte Informationen zu verlassen.

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