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05.09.2020

Lange-Trio überzeugt beim Dreisprung-Meeting in Horstmar

TV Jahn Leichtathletinnen versuchen sich in der technisch höchst anspruchsvollen Disziplin des Dreisprungs

Dreisprungtrio der Familie Lange: v.l. Jana, Dörthe und Carina Lange

Am vergangenen Montag nahmen Jana (W 14) und Carina (W 14) und Dörthe Lange (W 45) am kurzfristig angesetzten Dreisprungmeeting in Horstmar teil. Das Meeting sollte AthletInnen aus dem Kreis noch die Chance geben, sich mit dem sogenannten Hop-Step-Jump für die Westfalenmeisterschaften im Dreisprung der Jugendlichen in zwei Wochen zu qualifizieren. Jana und Carina mussten vor Ort aber eine Altersklasse höher starten, da es für die W 14 noch keinen Dreisprung gibt und sie auch nicht auf den Westfalenmeisterschaften starten dürfen.

Die Zwillinge gingen trotzdem mit viel Elan und mit dem Motto „früh übt sich wer ein Meister werden will“ ins Rennen und machten ihre Sache ausgezeichnet. Sie konnten ihre Trainingsbestleistungen (ca. 8 m) mit jedem Sprung deutlich verbessern.  Carina nutze ihre langen Beine, startete mit 8,27 m und steigerte sich auf tolle 8,78 m. Damit sicherte sie sich den zweiten Platz.

Jana, die ein ganzes Stück kleiner ist als ihre Schwester, machte dieses Defizit mit viel Biss und einer tollen Technik nahezu wett. Sie flog in ihrem ersten Versuch auf für sie sehr gute 7,78 und schaffte es, sich dank ihrer sauberen Technik auf nach und nach auf ausgezeichnete 8,58 m und den Bronzerang zu katapultieren.

Vor den beiden gewann Kim Vaske (W 15) von der LG Emsdetten, die, wie auch Jana und Carina bei Martin Lange den Dreisprung trainiert. Leider zeigte sich bei Vaske, dass sie die letzten drei Wettkampf- und Trainingswochen noch deutlich in den Beinen hatte. Mit wirklich schön anzuschauenden, technisch blitzblanken Sprüngen legte sie 10,75 m in die Grube und verfehlte damit den Kreisrekord nur um 16 cm.  Eigentlich war Vaske angetreten, um deutlich über die 11m-Marke zu springen, so dass sie sich im Nachhinein über ihre Leistung ziemlich ärgerte. Dennoch reichte die Weite, um sich sicher für die Westfalenmeisterschaften zu qualifizieren. Dort will sie nun die Elfmetermarke überspringen und sich einen Podiumsplatz sichern.

Dörthe Lange (W45) startete bei den Frauen, da es dieses Mal keine getrennte Seniorenwertung gab. Mit sehr konstanten Sprüngen holte sie sich die Silbermedaille, blieb aber leider hinter den von ihr angestrebten 8 m (Qualifikation für die Deutschen Senioren-Meisterschaften) mit 7,84 m zurück. Aber wie das immer so ist, des einen Leid ist des anderen Freud und so freuten sich Jana und Carina, dass sie das erste Mal deutlich weiter gesprungen waren als ihre Mutter und Trainerin.

05.09.2020

Sophie Löckemann schaltet in den Flugmodus und pulverisiert ihre Bestleistung über die 100 m Hürden

Leichtathletin vom TV Jahn Rheine nutzt das Corona-bedingte Einzeltraining und überzeugt beim Wettkampf in Lippe -Süd. Jan-Luca Fröse nach mäßiger Leistung im Sprint und Weitsprung enttäuscht.

"Geht doch" Sophie Löckemann stellte mit 17,93 s über die 100 m Hürden eine neue Bestleistung auf

Am vergangenen Sonntag nahmen Sophie Löckemann (WJU20) und Jan-Luca Fröse (MJU20) an einem Wettkampf in Blomberg (Lippe-Süd) teil. Da durch Corona zurzeit nur sehr wenige Wettkämpfe im Raum Westfalen angeboten werden, nahmen die beiden Leichtathleten vom TV Jahn Rheine gerne die zweistündige Fahrt bis zu ihrer Wettkampfstätte in Kauf. Bei tollem Wetter ging Löckemann hoch motiviert zunächst über die 100 m Hürden an den Start. Man merkte ihr förmlich an, dass sie sich nach dem monatelangen Training fernab vom Sportplatz richtig auf diesen Lauf freute.

 

 

 

Am Freitag zuvor hatte Löckemann erstmal nach über einem halben Jahr wieder im Training vor den 10 Hürden gestanden und zwei Probeläufe absolviert, die andeuteten, dass sich die vielen investierten Einzeltrainingseinheiten athletisch und lauftechnisch wirklich gelohnt hatten. Mit diesem mentalen Polster stürmte Löckemann quasi aus dem Startblock und schnellte förmlich über eine Hürde nach der anderen. Besonders an den letzten drei Hürden merkte man, dass Löckemann deutlich stärker geworden war, denn in der Vergangenheit kam sie hier athletisch oft an ihre Grenzen und blieb des Öfteren an einer Hürde hängen oder musste vom erwünschten Dreierrhythmus in einen Viererrhythmus wechseln, was ihr jedes Mal ein paar Zehntel kostete. Nicht so an diesem Tag. Nach einem fehlerfreien Lauf stürmte Löckemann als erste über die Ziellinie und wunderte sich, dass keine der anderen starken Läuferinnen dieses Mal vor ihr waren und ihr, wie sonst üblich, einige Meter abnahmen. Wie gut ihre Zeit war, registrierte sie erst mit einem Blick auf die Zeitmesstafel auf der 17,93 s prangten. Damit hatte Löckemann ihre alte Bestzeit (18,78s) um fast eine Sekunde wegpulverisiert, was im Hürdenlauf einem kleinen Quantensprung gleichkommt. Leider konnte sie sich nicht lange über ihren ersten 100 m-Hürden-Sieg freuen und ausruhen, sondern musste zum sich direkt anschließenden Weitsprungwettkampf. Hier zeigte sich, wie viel Kraft sie der Lauf am Ende gekostet hatte. Mit 4,17 m blieb sie bei leichtem Gegenwind trotz verbesserter Lauf- und Sprungtechnik geringfügig hinter ihrer bestehenden Bestmarke von 4,35 m zurück und landete mit dieser Leistung auf dem Silberrang.

Weitspringer Jan-Luca Fröse erwischte hingegen keinen guten Tag. Mit dem Wissen zwei Mal im Einspringen über die 7 m-Marke geflogen zu sein, ging Fröse den Wettkampf deutlich zu übermotiviert an und brachte nur einen von sechs Sprüngen gültig in die Weitsprunggrube. Bei diesem Sprung sprang er über einen halben Meter vor dem Brett ab und landetet daher bei für ihn enttäuschenden 6,55 m. Zwar brachte diese Weite ihm den Sieg, konnte seinen riesen Frust aber nicht wieder wettmachen. Zu allem Überfluss stauchte sich Fröse auch noch das Sprunggelenk und musste die Anlage humpelnd verlassen. Den kurz darauffolgenden 100 m-Lauf gewann er dann zwar noch deutlich vor der Konkurrenz in 11,62 s, sagte aber anschließend selbst, dass er die für einen schnelleren Lauf nötige Motivation nicht mehr aufbringen konnte. So verfehlte er seine durchaus erreichbare Bestzeit von 11,44 s um knapp zwei Zehntel.  

24.08.2020

Jan-Luca Fröse und Kim Vaske starten ihre Freiluftsaison mit Bestleistungen aus der Coronazeit

Weitspringer des TV Jahn Rheine startet spontan beim integrativen Para-Sportfest in Leverkusen und verfehlt die DM-Norm nur um Haaresbreite.

Freuten sich sehr über ihre neuen Bestleistungen beim inklusiven Para-Sportfest in Leverkusen: Leichtathleten Jan-Luca Fröse (TV Jahn Rheine, 6,87 m im Weitsprung) und Para-Leichtathletin Kim Vaske (LG Emsdetten/ TSV Bayer 04 Leverkusen, 5,17 m im Weitsprung und 28,40s über 200 m) aus der vereinsübergreifenden Trainingsgemeinschaft um Martin Lange

Wettkämpfe zur Qualifikation zu den Deutschen Jugendmeisterschaften am 05. September zu finden, ist in Zeiten von Corona für Athleten, die die Altersklasse dieses Jahr gewechselt haben, fast ein Ding der Unmöglichkeit. Zurzeit werden so gut wie keine Wettkämpfe ausgerichtet und die Wenigen, die ausgeschrieben werden, sind sofort intern ausgebucht. Umso erfreulicher war es, als Trainingskollegin und Parasportlerin Kim Vaske (LG Emsdetten/TSV Bayer 04 Leverkusen) aus der vereinsübergreifenden Trainingsgemeinschaft um Trainer Martin Lange am Montag mit dem Angebot um die Ecke kam, dass Weitspringer Jan-Luca Fröse am kommenden Freitag in Leverkusen beim integrativen Sportfest (Menschen mit und ohne Behinderung) mit ihr zusammen an den Start gehen könne.

 

 

Lange und Fröse hatten mit dieser Möglichkeit überhaupt nicht gerechnet und die Qualifikationsvorbereitungen auf die Deutschen Jugendmeisterschaften ab dem 5.September aufgrund fehlender Wettkämpfe bereits ad acta gelegt und sich auf die langfristige Wettkampfvorbereitung für die Hallensaison verlegt. Umso mehr freuten sich beide, dass Jan-Luca die Möglichkeit bekam, am letzten überhaupt möglichen Qualifikationstag, doch noch die Qualifizierung zu versuchen.      

 Für Weitspringer Jan-Luca Fröse stellte der Weitsprungwettkampf am Freitagabend beim integrativen Para-Sportfest des Bayer 04. Leverkusen in zweifacher Hinsicht ein Novum dar. Zum Einen war es zunächst ungewohnt, einen Wettkampf aufzunehmen, bei dem er hauptsächlich von Sportlern umgeben war, die ihre Prothesen wechselten, wie er seine Sportschuhe gegen Spikes. Zum anderen musste er spontan einen Wettkampf aus der Corona geprägten, stark eingeschränkten Trainingspraxis (ca. 20. Weitsprünge in die Weitsprunggrube in den vergangenen 3 Monaten) heraus in einem Starterfeld aufnehmen, dass sich eigentlich für die Olympischen Spiele in Tokio in der kommenden Woche vorbereitet hatte, jetzt aber dort nicht starten konnte, da die Spiele coranabedingt um ein Jahr verschoben wurden. Entsprechend fit zeigten sich die Sportler mit Behinderungen.

Unter anderem startete Weltrekordhalter Markus Rehm (unterschenkelamputiert), der eben mal einen Satz auf 8,32 m ablieferte. Weltmeister Leon Schäfer, der bei den oberschenkelamputierten Springern antrat, stellte mit 7,24 m sogar einen neuen Weltrekord auf. Entsprechend gut war die Stimmung vor Ort und Jan-Luca gelang es von dieser Stimmung zu profitieren. Gleich in seinem ersten Sprung verbesserte er bei schwierigen Windverhältnissen seine altes Bestweite um 2 cm auf 6,87 m und spürte, dass die 7 m zum Greifen nahe waren. Entsprechend motiviert ging Fröse in den zweiten Versuch. Aufgrund des starken Gegenwindes (-4,2 m/s) kam er aber mit dem falschen Bein am Weitsprungbrett an, brach den Sprungversuch im Take-off ab und landete nur bei 6,33 m.  Im nächsten Versuch tastete er sich besser an das Brett heran, sprang deutlich über die 7 m-Marke und musste dann entsetzt feststellen, dass er etwa 0,5 cm übergetreten war. Im 4. Versuch verschenkte er dann über 20 cm zum Brett und flog anschließend auf gute 6,79 m. Im 5. und 6. Versuch flog Fröse nochmals deutlich über die 7 m, was die Qualifikation zu den Deutschen Jugendmeisterschaften bedeutet hätte,  musste aber jedes Mal feststellen, dass er mit der Fußspitze einen hauchfeinen Abdruck (1-2 mm) in der Plastilinmasse des Absprungbrettes hinterlassen hatte und seine ersten 7m Sprünge außerhalb der Trainingsfläche leider alle um Haaresbreite ungültig gegeben wurden. Insgesamt platzierte sich Fröse im Gesamtfeld hinter den beiden Weltmeistern und Weltrekordhaltern auf dem Bronzerang und in seiner Altersklasse auf Platz 1.

Kim Vaske hatte ebenfalls einen hervorragenden Tag. Die erst fünfzehnjährige Athletin der LG Emsdetten (TSV Bayer 04 Leverkusen) trainiert nun seit etwa einem Jahr in der Trainingsgruppe um Martin Lange und legt seitdem rasante Leistungsfortschritte an den Tag. Vaske, die zur Klasse der unterarmamputierten Menschen zählt, gelangen gleich zwei neue Bestleistungen. Im Weitsprung schraubte sie Ihre Bestweite auf 5,17 m. Lag ihre Freiluftbestleistung 2019 noch bei 4,47 m schraubte sie diese letzte Woche bei ihrem ersten Freiluftwettkampf in der Schweiz (als Athletin im Para-Nationalteam) um 60 cm auf exzellente 5,07 m und landete damit erstmals in der Freiluft über der magischen 5 m-Marke. In der Schweiz hatte Vaske auch Bestleistungen über 100 m in 13,37 s (vorher 14,13 s) und über 200 m in 29.90 s aufgestellt. In Leverkusen ging sie über 200 m erneut an den Start und konnte ihre Bestzeit nochmals um anderthalb Sekunden auf 28,40 s verbessern.

Beide Athleten zeigten sich mit ihren neuen Bestleistungen extrem zu frieden. Fröse wird sich nun langfristig auf die Deutschen Hallenmeisterschaften im Winter vorbereiten und bis dahin möglichst noch das eine oder andere Sportfest zur Verbesserung der Wettkampfhärte und -stabilität mitnehmen und dabei weiter die 7 m im Visier haben. Kim Vaske wird sich in den kommenden vier Jahren langfristig auf die paraolympischen Sommerspiele 2024 in Paris vorbereiten und auf dem Weg dahin einige deutsche Meistertitel und deutsche Rekorde in ihrer Klasse anvisieren.