Westfälische Meisterschaften I + II in Gladbeck

Westfalenmeisterschaften I+II werden für TV Jahn Leichtathleten zur Windlotterie

Schützlinge von Martin Lange zeigen trotz schwieriger und oft nachteiliger Windbedingungen solide Ergebnisse

 

Am vergangenen Wochenende fanden die Westfalenmeisterschaften der Leichtathleten in Gladbeck statt. Mit am Start um gute Platzierungen und Leistungen waren sieben Athleten des TV Jahn Rheine. Diese hatten, wie auch viele andere Athleten, mit starken und permanent drehenden Winden zu kämpfen. So wurden viele Wettbewerbe zur Windlotterie und oftmals entschieden bis zu 3m/s Rücken- oder Gegenwind über Freud und Leid der Sportler. Leider gehörten die Jahn-Athleten neben vielen anderen zu den Wettkämpfern, die mehr Pech als Glück hatten. Aber auch vielen Top-Sportlern wurde der viel zu starke Rückenwind zum Verhängnis. So hatten viele auf dem Podium stehenden Athleten Windunterstützung deutlich jenseits der noch zulässigen 2,0 m/s und damit waren die erzielten Qualifikationszeiten und -weiten für die Deutschen Meisterschaften leider ungültig. 

Die beste Leistung des Wochenendes brachte Johanna Ide (wJU20) im Dreisprung. Die junge Leistungsathletin kommt langsam wieder in Fahrt und konnte mit einer Weite von 11,96 m die Silbermedaille gewinnen. Zum Sieg fehlten ihr lediglich 2 cm. Erstmals nach einer längeren Zeit startete sie wieder im Weitsprung, um zu schauen, wie ihr momentaner Leistungsstand in dieser Disziplin aussieht. Mit 5,04 m erreichte sie das Finale und abschließend Rang sieben. Ihre besten Sprünge, die sie in Reichweite der Medaillen gebracht hätten, waren leider knapp übergetreten. Insgesamt machte Ide aber einen sehr guten Eindruck und war nach langer Pause mit ihrer Leistung zufrieden, zumal sie spürt, dass es wieder bergauf geht.

Ebenfalls mit ihren Platzierungen zufrieden war Sanja Terkuhlen (Frauen), nicht aber mit ihren Weiten und Höhen, die sie im Weit-, Drei- und Hochsprung erbrachte. Terkuhlen erzielte im Hochsprung mit 1,49 m die Bronzemedaille und riss dann trotz sehr guter Form drei Mal unglücklich die 1,54 m. Auch im Dreisprung verfolgte sie das Pech. Durch die drehenden Winde trat sie mehrmals extrem knapp am Absprungbalken über und Sprünge zwischen 10,50 m und 11 m wurden leider ungültig gegeben. So standen bei ihr nach einem Sicherheitssprung nur 9,98 m und der siebte Platz zu Buche. Im Weitsprung sah es ähnlich aus. Hier erreichte sie mit einem Sicherheitssprung 4,92 m und Rang 9. Zwei weitere Sprünge zwischen 5,10 m und 5,30 m waren leider ungültig.

Hannah Brüggemann erreichte im Hochsprung mit 1,40 m einen für sie hervorragenden fünften Platz. Auch bei 1,45 m zeigte sie sehr vielversprechende Versuche, konnte diese Höhe aber letztendlich nicht mehr überwinden. Im 100 m-Sprint erwischte Brüggemann den Lauf mit dem stärksten Gegenwind. Bei -2,5 m/s Gegenwind hatte sie zudem keinen guten Start und blieb mit 14,79 s deutlich hinter ihrer Bestleistung von 14,22 s zurück. Sie belegte abschließend Rang 47. Zum Vergleich: der Lauf zuvor hatte +1,7 m Rückenwind.

Auch Frieda Fischer durfte zur Siegerehrung der Besten acht Teilnehmer. Fischer nahm am 300 m-Hürdenlauf teil und belegte nach einem mutigen Lauf in 52,96 s den tollen siebten Platz. Ihre Bestleistung verfehlte sie damit nur um 3/100 Sekunden. Nach dem zuvor stattfindenden 80 m-Hürdenlauf ärgerte sich Fischer ein wenig, da sie die 76 cm hohen Hürden mit einer Reihe leichter technischer Fehler überquerte. Daher schloss sie das Rennen trotz guter Form mit 14,26 s und einem 25. Platz im Mittelfeld ab. Eigentlich hatte sie im Vorfeld berechtigterweise gehofft, ihre Bestzeit von 13,96 s unterbieten zu können.

Neuzugang Tim Puls (Männer) zeigte sich gut in Form. In der neuen persönlichen Bestzeit von 11,54 s zeigte er ein solides Rennen mit einem guten Start und einem kraftvollen Finish. Mit dieser Zeit belegte er den 21. Platz.

Leo Neugebauer (MJU18) legte die 100 m-Strecke in 13,58 s zurück und wurde 31. Da sich Neugebauer vermehrt dem Triathlon widmet, war die Zeit für ihn durchaus akzeptabel.

Als letzter Jahnathlet trat Mats Sojka (M15) beim 100 m-Sprint an. Auch Sojka hatte das Pech einen von zwei Vorläufen mit mehr als -2,5m Gegenwind zu erwischen, während alle anderen Vorläufe Rückenwind hatten. In 13,20 s blieb er daher deutlich hinter seiner Bestzeit von 12,60 m zurück und musste sich mit Platz 24 zufriedengeben. Am zweiten Tag absolvierte Sojka noch den 80 m-Hürdenlauf. Leider kam er in der zweiten Hälfte des Rennens aus dem Laufrhythmus und konnte die Ziellinie ärgerlicherweise erst nach 13,99 s überqueren. Entsprechend war er mit seiner Leistung und dem 11. Platz nicht wirklich zufrieden.

Aus Sicht von Trainer Martin Lange haben alle Athleten gemessen an den Bedingungen solide Leistungen mit steigender Tendenz gezeigt. Er ist sich sicher, dass viele seiner Schützlinge im Laufe der Saison noch die eine oder andere Bestleistung aufstellen werden und beweisen können, dass es bei regulären Windbedingungen deutlich besser geht als bei einer derartigen Windlotterie.

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