Erfahrungserzählung eines Teilnehmers aus Seelze

zum Fronleichnam Lehrgang (s. Bericht vom 30.05.2016) vom 26. bis 28.06.2016!

In der KCS-News las ich anno 2015 einen Bericht von Klaus und Lars über einen neuen Lehrgang in Rheine. Es klang verlockend. Ich fand es war sowieso an der Zeit einen Schritt voran zu gehen. Aber ein Lehrgang? Über mehrere Tage?? Bin ich dafür überhaupt fit genug, werde ich da als kleiner Farbgurt nicht ganz einfach inhaltlich und körperlich überrollt und im schlimmsten Fall auch noch gebläut?
 

Dazu noch Zelten. Igitt! Ich hasse Zelten. Diese Fragen standen sofort höchst störend im Raum. Was aber macht man als kleiner Trainierender mit Fragen? Genau, man bringt sie zu einem kompetenten Trainer. Also ab zu Klaus. Zusammenfassend war seine Antwort: „Alles Gut!“ Und das stimmte absolut.
Rheine war der Hammer! Und niemand muss Zelten! Aber noch mal ein paar Schritte zurück: Ich bin nach dem Gespräch mit Klaus zu meinem Trainingspartner Markus und habe ihn gefragt ob er auch Lust hat. Er hatte. Danach angemeldet und Klaus das Geld zukommen lassen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Klaus fürs Kümmern. Donnerstagmorgen den 26. Mai fuhren Markus und ich in meinem Spielzeugauto, eine 39 Jahre alte Citroen Dyane, los.

Mit bärenstarken 32 Pferdchen und immer unter hundert km/h hatten Markus und ich eine sehr lustige und angenehme Reise. In Rheine angekommen sind wir kurz über das Gelände des TV Jahn spaziert. Es wäre wohl einfacher, zu schreiben was sie nicht haben, als aufzuzählen welche Sportarten sie anbieten. Es hätte mich nicht überrascht, eine Wasserskisparte, unterirdisch angelegt, zu finden. Der TV Jahn ist in seinen Dimensionen und seiner Bandbreite beeindruckend! Dazu passte unsere Unterkunft. Wie schon erwähnt liegt mir das Zelten nicht. Wir können ja auch in einer Halle schlafen, wurde ich beruhigt. Das stimmte wortwörtlich: Perfekte Insellage mit Stromanschluss. Markus fand ein verstecktes Verlängerungskabel, das haben wir schwuppdiwupp an unser Zelt verlegt. Später bekamen wir noch nette Nachbarinnen. Der Donnerstag Abend wurde lustig. Freitag Abend besuchten wir dann die kernigen Naturburschen unseres Vereins, die es sich nicht nehmen ließen voller Freude zu zelten. Und das obwohl sich nicht ein Gewitter vorbei traute. So ein Mist! Die Enttäuschung stand allen ins Gesicht geschrieben. Trotzdem kümmerten sie sich ganz vorbildlich um uns. Es wurde eine so interessante und lustige Runde, dass wieder einmal die Zeit davonrannte. Wenigstens mir. Denn abends war ich schlicht und einfach körperlich platt. Wir beiden haben jeden Block mitgenommen und uns auch nicht vor Zusatzaufgaben gedrückt. Wie Freitagabend, als es darum ging, ein kleines Kind zu unterhalten und wir deshalb Schlafsackfußball etablierten. Inhaltlich kamen wir voll auf unsere Kosten. Das Programm war in drei Stufen geteilt. Je nach Dan- bzw. Kyugrad fand man sich in bestimmten Gruppen wieder. Der Horizont war breit gespannt. Kata, Kumiteformen, Methodische Reihen und isolierte Bewegungen bis hin zu Go-Ju-Übungen, das Angebot ließ nichts aus. Abends konnte man sich dann noch als Sahnehäubchen gruppenübergreifend für Shiatzu (Muskelentspannung) oder ein Konditionstraining entscheiden. Ich habe mich lieber für das Shiatzu entschieden, als die Batterien endgültig zu leeren. Sorry Jens, aber auspowern kann ich mich auch Zuhause. Ich war beeindruckt, dass fast alle Blöcke miteinander verwoben waren. Zum Beispiel stellte uns Türk am Donnerstag vormittags die Kata Saifa vor. Im weiteren Verlauf des Lehrgangs kamen immer wieder Elemente dieser Kata vor. Genauso verhielt es sich mit dem von Silvio und Jan vorgestellten Kyusho Jitsu. Es ist schon ein Augenöffner, wenn man danach sieht wie präsent die „Punkte“ im Karate sind. Auch die Gekksai 1 und diverse Kumite-Techniken, alles war verbunden. So lernt man besser und schneller. In den zehn Blöcken, die ich besucht habe, ist mir in acht davon aufgefallen, dass sie in korrekter zeitlicher Abfolge aufeinander Bezug genommen haben! Dieses hohe Niveau zog sich allgemein durch den ganzen Lehrgang, ob Orga, Verpflegung oder Inhalt. Alles weit oben angesiedelt. Ich wurde nicht überrollt, überfordert oder sinnlos gebeutelt. Es war vorbildlich! Und der Spaß kam nicht zu kurz. Danke an Michelle für die Gewürzgurkenthese und Sarah für Klassengesellschaft im Bild. Markus ist sowieso der Knaller – Hubba, hubba! Samstag morgen wurde die Dyane schon wieder beladen. Rheine war für mich wie ein Karateblitz gewesen. Du kommst an, es geht los und ... die Zeit ist um. Ich schrieb ja schon: „Der Hammer!“ Der Lehrgang hat dafür gesorgt das ich jetzt vieles im Karate mit anderen Augen sehe. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei und kann nur allen Lesern deutlich sagen: Nutz' dieses Angebot. Es ist jede Minute wert!

Seelze den 31.05.2016, Ingo Seidel

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