Kleine und große Schritte führen zum Ziel

TV Jahn-Rheine erhält Klimabotschafter-Plakette der Stadt Rheine

Bürgermeister Peter Lüttmann (2.v.l.) und Klimaschutzmanager Guido Wermers (r.) überreichen Ralf Kamp (1.v.l.) und Stefan Gude (2.v.r.) die Klimabotschafter-Plakette.

Foto: Münsterländische Volkszeitung

Viele Unternehmen und Betriebe in Rheine engagieren sich für den Klimaschutz – und das auf vielfältige Weise. Um diesen Einsatz für die Umwelt in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und zu ehren, verleiht die Stadt Rheine Klimabotschafter-Plaketten an einzelne Betriebe, die sich besonders für den Klimaschutz stark machen. Bislang wurden die Auszeichnungen ausschließlich an Einzelpersonen vergeben. Nun werden auch Vereine, Institutionen und Firmen als Klimabotschafter geehrt. In unserer Serie stellen wir die Akteure vor, die sich im Klimaschutz verdient gemacht haben.

In Sportvereinen dreht sich alles um das Thema Bewegung. Kein Wunder also, dass hier auch in Sachen Klimaschutz angepackt wird – immerhin sind Mobilität und das Engagement für die Umwelt eng miteinander verknüpft. Zwei Akteure, die im Kleinen wie im Großen zeigen, wie Sportvereine aktiv werden können, sind die Sportgemeinschaft (SG) Elte und der Turnverein (TV) Jahn Rheine. Beide erhielten nun die Klimabotschafter-Plakette von der Stadt.

Der TV Jahn Rheine verdeutlicht, wie auch innerhalb größerer Strukturen der Einsatz für die Umwelt umgesetzt werden kann. Weit über 7000 Mitglieder zählt der größte Verein der Stadt – Grund genug, sich für den sensiblen Umgang mit Umweltressourcen stark zu machen, wie Präsident Stefan Gude betont. „Wir sehen uns als Teil der Gesellschaft und Gemeinschaft hier in Rheine. Deshalb wollen wir einen Beitrag leisten“, sagt er.

Vorstandsvorsitzender Ralf Kamp berichtet, dass das Öko-Engagement beim TV Jahn auf drei Säulen beruhe: Zum einen habe man versucht, eine solide Infrastruktur als Basis zu schaffen. So decken etwa die Photovoltaik-Anlagen am Sportpark rund zwei Drittel des Strombedarfs, außerdem setze man auf gute Isolierungen und LED-Lichtanlagen.

Mobilität bildet die zweite Säule: „Körperkraft statt Benzinkraft“ laute das Credo. Deswegen wurde eigens ein Flyer erstellt, der über sichere Radwege zu den Sportstätten informiert, überdachte Fahrradparkplätze runden das Konzept ab. Die dritte Säule besteht darin, sich aktiv in Entscheidungsprozesse einzubringen. So wirken alle Abteilungsleiter im Verein als Klimabotschafter, immer wieder finden Gespräche mit Experten statt.

Bereits seit Jahren steht der Verein im Austausch mit der Stadt, nahm am Projekt „Runder Tisch Mobilität“ teil, errang das Gold-Siegel des Kreis-Projektes „Klima Citoyen“ und gewann den Landeswettbewerb „Der energie- und umweltbewusste Sportverein“. Seit dem Jahr 2000 wächst dieses Engagement – damals führte der TV Jahn als erster Verein in NRW einen Öko-Check durch.

Mit dem TV Jahn erhielt am Dienstag der zehnte und vorerst letzte Akteur in der Riege der Vereine, Unternehmen und Institutionen die Klimabotschafter-Plakette. Damit geht die Auszeichnungsrunde vorerst zu Ende. Zum Abschluss der Preisverleihungen lobte auch Bürgermeister Peter Lüttmann die Aktivitäten der Akteure vor Ort. Es sei „der richtige Schritte, auch Vereine und Unternehmen als Multiplikatoren mit ins Boot zu holen“, sagte er bei der Übergabe der Plakette an den TV Jahn. „Wir müssen den Klimaschutz zum Thema machen. So reflektiert jeder von uns sein persönliches Verhalten.“

Auch Guido Wermers, der die Klimaschutzplaketten-Initiative der Stadt betreut, zeigte sich zufrieden angesichts der zehn verliehenen Auszeichnungen. „Addiert man alle Beteiligten, Mitglieder und Angestellten in den Vereinen, Firmen und Organisationen, die nun ausgezeichnet wurden, erreichen wir auf diese Weise rund 10000 Menschen“, sagte er. „Das ist ein wichtiger Schritt, um die Bürger engmaschig zu informieren und einen Dialog zu schaffen.“

 

Foto und Text: Münsterländische Volkszeitung

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