Goju-Ryu-Tag in Rheine
Es war eine sehr schöne Atmosphäre es gab interessante Lehrgangsangebote und ein tolles Catering!
- 02.09.2016
Einmal im Jahr treffen sich Karate-ka der Stilrichtung Goju-Ryu, die im DKV (Deutscher Karateverband) und im GKD (Goju-Ryu Bund Deutschland) organisiert sind zu einem Lehrgang auf Bundesebene. Der diesjährige Lehrgang wurde am vergangenen Samstag in der Kopernikus-Sporthalle von der Karate-Abteilung des TV Jahn ausgerichtet.
Die Kadertrainer Michael Hoffmann aus Schifferstadt und Christian Krämer aus Wettringen nutzten diesen Termin für eine intensive Vorbereitung der Kaderathleten auf die bevorstehende Goju-Ryu Europameisterschaft in Österreich.
Unter der Leitung von Fritz Nöpel, 10. Dan und Bundesprüfungsreferent, trafen sich die Inhaber einer Danprüfungs-Lizenz zu einem Erfahrungsaustausch. Im Karate ist die wohl größte Veränderung darin festzustellen, dass immer häufiger Erwachsene – auch in fortgeschrittenem Alter – noch eine Kampfkunst erlernen und auch einen Meistergrad erlangen wollen. Für B und C Prüfer (Berechtigung zur Prüfungsabnahme von Schülergraduierungen) fand parallel unter Leitung des Prüfungsreferenten des KDNW Holger Keßling eine Weiterbildung in der Halle „Tokio“ im Sportpark des TV Jahn statt.
In den weiteren Trainingseinheiten wurde die gesamte Bandbreite des Goju-Ryu Karate abgedeckt. Elke Keßling aus Bochum und Brigitte Kipke-Osterbrink aus Rheine gingen in ihren Trainingseinheiten auf Bewegungsprinzipien in der Kata (festgelegter Ablauf von Kampfkombinationen) ein. Klaus Mergel aus Seelze zeigte die Praxistauglichkeit ausgewählter Wurftechniken zur Selbstverteidigung auf, die in verschiedenen Kata enthalten sind. Ludger Niemann aus Münster vermittelte ebenfalls die Anwendung der Techniken im Partnertraining und in der Selbstverteidigung. Prof. Franz Diemand aus Oldenburg legte in seiner Trainingseinheit den Schwerpunkt auf traditionelle Aspekte der Grundschule in den Atmungs-Kata Sanchin und Tensho.
Stefan Thole aus St. Arnold ging auf Partnerformen aus dem Prüfungsprogramm ein und Frank Beeking aus Rheine vertiefte Prinzipien, Regeln und Ausnahmen in der Selbstverteidigung.
Zu den Höhepunkten des Tages gehörte die Trainingseinheit „Kampfkunst der Erfahrenen“, in der Fritz Nöpel auf Techniken einging, die besonders effektiv sind, im sportlichen Wettkampf aber keine Bedeutung haben, da sie in einem Kampf auf Punkte sehr schwer zu beurteilen sind. Dabei ging der 80jährige Großmeister auch darauf ein, dass der Grundgedanke einer Kampfkunst immer davon ausgeht, dass ein vermeintlich schwächerer sich gegen einen körperlich überlegenen Angreifer verteidigen muss.
Am Rande der Veranstaltung tagte dann noch die geschäftsführende Bundes-Prüfungs-Kommission der Stilrichtung Goju-Ryu im DKV und entschied über Anträge auf Zulassung zu einer höheren Danprüfung (ab 6. Dan) und auf Erteilung einer A-Prüferlizenz (berechtigt zur Abnahme von Danprüfungen in einer Prüfungskommission). Zu einem Austausch trafen sich auch die Stilrichtungsreferenten der Länder und des DKV.
Die Karate-ka des TV Jahn hatten die Rahmenbedingungen für ein gutes Gelingen geschaffen und auch für das leibliche Wohl gesorgt. Ihnen und auch der Hausmeisterin der Kopernikusschule, die sehr hilfsbereit war, gilt der besondere Dank, den der Stilrichtungsreferent des DKV Klaus Fingerle zum Ausdruck brachte. So wurde der Tag zu einem nachhaltig erfolgreichen Event für alle Teilnehmer.
















