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05.09.2020

Sophie Löckemann schaltet in den Flugmodus und pulverisiert ihre Bestleistung über die 100 m Hürden

Leichtathletin vom TV Jahn Rheine nutzt das Corona-bedingte Einzeltraining und überzeugt beim Wettkampf in Lippe -Süd. Jan-Luca Fröse nach mäßiger Leistung im Sprint und Weitsprung enttäuscht.

"Geht doch" Sophie Löckemann stellte mit 17,93 s über die 100 m Hürden eine neue Bestleistung auf

Am vergangenen Sonntag nahmen Sophie Löckemann (WJU20) und Jan-Luca Fröse (MJU20) an einem Wettkampf in Blomberg (Lippe-Süd) teil. Da durch Corona zurzeit nur sehr wenige Wettkämpfe im Raum Westfalen angeboten werden, nahmen die beiden Leichtathleten vom TV Jahn Rheine gerne die zweistündige Fahrt bis zu ihrer Wettkampfstätte in Kauf. Bei tollem Wetter ging Löckemann hoch motiviert zunächst über die 100 m Hürden an den Start. Man merkte ihr förmlich an, dass sie sich nach dem monatelangen Training fernab vom Sportplatz richtig auf diesen Lauf freute.

 

 

 

Am Freitag zuvor hatte Löckemann erstmal nach über einem halben Jahr wieder im Training vor den 10 Hürden gestanden und zwei Probeläufe absolviert, die andeuteten, dass sich die vielen investierten Einzeltrainingseinheiten athletisch und lauftechnisch wirklich gelohnt hatten. Mit diesem mentalen Polster stürmte Löckemann quasi aus dem Startblock und schnellte förmlich über eine Hürde nach der anderen. Besonders an den letzten drei Hürden merkte man, dass Löckemann deutlich stärker geworden war, denn in der Vergangenheit kam sie hier athletisch oft an ihre Grenzen und blieb des Öfteren an einer Hürde hängen oder musste vom erwünschten Dreierrhythmus in einen Viererrhythmus wechseln, was ihr jedes Mal ein paar Zehntel kostete. Nicht so an diesem Tag. Nach einem fehlerfreien Lauf stürmte Löckemann als erste über die Ziellinie und wunderte sich, dass keine der anderen starken Läuferinnen dieses Mal vor ihr waren und ihr, wie sonst üblich, einige Meter abnahmen. Wie gut ihre Zeit war, registrierte sie erst mit einem Blick auf die Zeitmesstafel auf der 17,93 s prangten. Damit hatte Löckemann ihre alte Bestzeit (18,78s) um fast eine Sekunde wegpulverisiert, was im Hürdenlauf einem kleinen Quantensprung gleichkommt. Leider konnte sie sich nicht lange über ihren ersten 100 m-Hürden-Sieg freuen und ausruhen, sondern musste zum sich direkt anschließenden Weitsprungwettkampf. Hier zeigte sich, wie viel Kraft sie der Lauf am Ende gekostet hatte. Mit 4,17 m blieb sie bei leichtem Gegenwind trotz verbesserter Lauf- und Sprungtechnik geringfügig hinter ihrer bestehenden Bestmarke von 4,35 m zurück und landete mit dieser Leistung auf dem Silberrang.

Weitspringer Jan-Luca Fröse erwischte hingegen keinen guten Tag. Mit dem Wissen zwei Mal im Einspringen über die 7 m-Marke geflogen zu sein, ging Fröse den Wettkampf deutlich zu übermotiviert an und brachte nur einen von sechs Sprüngen gültig in die Weitsprunggrube. Bei diesem Sprung sprang er über einen halben Meter vor dem Brett ab und landetet daher bei für ihn enttäuschenden 6,55 m. Zwar brachte diese Weite ihm den Sieg, konnte seinen riesen Frust aber nicht wieder wettmachen. Zu allem Überfluss stauchte sich Fröse auch noch das Sprunggelenk und musste die Anlage humpelnd verlassen. Den kurz darauffolgenden 100 m-Lauf gewann er dann zwar noch deutlich vor der Konkurrenz in 11,62 s, sagte aber anschließend selbst, dass er die für einen schnelleren Lauf nötige Motivation nicht mehr aufbringen konnte. So verfehlte er seine durchaus erreichbare Bestzeit von 11,44 s um knapp zwei Zehntel.  

24.08.2020

Jan-Luca Fröse und Kim Vaske starten ihre Freiluftsaison mit Bestleistungen aus der Coronazeit

Weitspringer des TV Jahn Rheine startet spontan beim integrativen Para-Sportfest in Leverkusen und verfehlt die DM-Norm nur um Haaresbreite.

Freuten sich sehr über ihre neuen Bestleistungen beim inklusiven Para-Sportfest in Leverkusen: Leichtathleten Jan-Luca Fröse (TV Jahn Rheine, 6,87 m im Weitsprung) und Para-Leichtathletin Kim Vaske (LG Emsdetten/ TSV Bayer 04 Leverkusen, 5,17 m im Weitsprung und 28,40s über 200 m) aus der vereinsübergreifenden Trainingsgemeinschaft um Martin Lange

Wettkämpfe zur Qualifikation zu den Deutschen Jugendmeisterschaften am 05. September zu finden, ist in Zeiten von Corona für Athleten, die die Altersklasse dieses Jahr gewechselt haben, fast ein Ding der Unmöglichkeit. Zurzeit werden so gut wie keine Wettkämpfe ausgerichtet und die Wenigen, die ausgeschrieben werden, sind sofort intern ausgebucht. Umso erfreulicher war es, als Trainingskollegin und Parasportlerin Kim Vaske (LG Emsdetten/TSV Bayer 04 Leverkusen) aus der vereinsübergreifenden Trainingsgemeinschaft um Trainer Martin Lange am Montag mit dem Angebot um die Ecke kam, dass Weitspringer Jan-Luca Fröse am kommenden Freitag in Leverkusen beim integrativen Sportfest (Menschen mit und ohne Behinderung) mit ihr zusammen an den Start gehen könne.

 

 

Lange und Fröse hatten mit dieser Möglichkeit überhaupt nicht gerechnet und die Qualifikationsvorbereitungen auf die Deutschen Jugendmeisterschaften ab dem 5.September aufgrund fehlender Wettkämpfe bereits ad acta gelegt und sich auf die langfristige Wettkampfvorbereitung für die Hallensaison verlegt. Umso mehr freuten sich beide, dass Jan-Luca die Möglichkeit bekam, am letzten überhaupt möglichen Qualifikationstag, doch noch die Qualifizierung zu versuchen.      

 Für Weitspringer Jan-Luca Fröse stellte der Weitsprungwettkampf am Freitagabend beim integrativen Para-Sportfest des Bayer 04. Leverkusen in zweifacher Hinsicht ein Novum dar. Zum Einen war es zunächst ungewohnt, einen Wettkampf aufzunehmen, bei dem er hauptsächlich von Sportlern umgeben war, die ihre Prothesen wechselten, wie er seine Sportschuhe gegen Spikes. Zum anderen musste er spontan einen Wettkampf aus der Corona geprägten, stark eingeschränkten Trainingspraxis (ca. 20. Weitsprünge in die Weitsprunggrube in den vergangenen 3 Monaten) heraus in einem Starterfeld aufnehmen, dass sich eigentlich für die Olympischen Spiele in Tokio in der kommenden Woche vorbereitet hatte, jetzt aber dort nicht starten konnte, da die Spiele coranabedingt um ein Jahr verschoben wurden. Entsprechend fit zeigten sich die Sportler mit Behinderungen.

Unter anderem startete Weltrekordhalter Markus Rehm (unterschenkelamputiert), der eben mal einen Satz auf 8,32 m ablieferte. Weltmeister Leon Schäfer, der bei den oberschenkelamputierten Springern antrat, stellte mit 7,24 m sogar einen neuen Weltrekord auf. Entsprechend gut war die Stimmung vor Ort und Jan-Luca gelang es von dieser Stimmung zu profitieren. Gleich in seinem ersten Sprung verbesserte er bei schwierigen Windverhältnissen seine altes Bestweite um 2 cm auf 6,87 m und spürte, dass die 7 m zum Greifen nahe waren. Entsprechend motiviert ging Fröse in den zweiten Versuch. Aufgrund des starken Gegenwindes (-4,2 m/s) kam er aber mit dem falschen Bein am Weitsprungbrett an, brach den Sprungversuch im Take-off ab und landete nur bei 6,33 m.  Im nächsten Versuch tastete er sich besser an das Brett heran, sprang deutlich über die 7 m-Marke und musste dann entsetzt feststellen, dass er etwa 0,5 cm übergetreten war. Im 4. Versuch verschenkte er dann über 20 cm zum Brett und flog anschließend auf gute 6,79 m. Im 5. und 6. Versuch flog Fröse nochmals deutlich über die 7 m, was die Qualifikation zu den Deutschen Jugendmeisterschaften bedeutet hätte,  musste aber jedes Mal feststellen, dass er mit der Fußspitze einen hauchfeinen Abdruck (1-2 mm) in der Plastilinmasse des Absprungbrettes hinterlassen hatte und seine ersten 7m Sprünge außerhalb der Trainingsfläche leider alle um Haaresbreite ungültig gegeben wurden. Insgesamt platzierte sich Fröse im Gesamtfeld hinter den beiden Weltmeistern und Weltrekordhaltern auf dem Bronzerang und in seiner Altersklasse auf Platz 1.

Kim Vaske hatte ebenfalls einen hervorragenden Tag. Die erst fünfzehnjährige Athletin der LG Emsdetten (TSV Bayer 04 Leverkusen) trainiert nun seit etwa einem Jahr in der Trainingsgruppe um Martin Lange und legt seitdem rasante Leistungsfortschritte an den Tag. Vaske, die zur Klasse der unterarmamputierten Menschen zählt, gelangen gleich zwei neue Bestleistungen. Im Weitsprung schraubte sie Ihre Bestweite auf 5,17 m. Lag ihre Freiluftbestleistung 2019 noch bei 4,47 m schraubte sie diese letzte Woche bei ihrem ersten Freiluftwettkampf in der Schweiz (als Athletin im Para-Nationalteam) um 60 cm auf exzellente 5,07 m und landete damit erstmals in der Freiluft über der magischen 5 m-Marke. In der Schweiz hatte Vaske auch Bestleistungen über 100 m in 13,37 s (vorher 14,13 s) und über 200 m in 29.90 s aufgestellt. In Leverkusen ging sie über 200 m erneut an den Start und konnte ihre Bestzeit nochmals um anderthalb Sekunden auf 28,40 s verbessern.

Beide Athleten zeigten sich mit ihren neuen Bestleistungen extrem zu frieden. Fröse wird sich nun langfristig auf die Deutschen Hallenmeisterschaften im Winter vorbereiten und bis dahin möglichst noch das eine oder andere Sportfest zur Verbesserung der Wettkampfhärte und -stabilität mitnehmen und dabei weiter die 7 m im Visier haben. Kim Vaske wird sich in den kommenden vier Jahren langfristig auf die paraolympischen Sommerspiele 2024 in Paris vorbereiten und auf dem Weg dahin einige deutsche Meistertitel und deutsche Rekorde in ihrer Klasse anvisieren.

06.07.2020

2. Seniorensportfest Rheine schweren Herzens abgesagt

das erfolgreiche Seniorensportfest 2019 kann dieses Jahr nicht wiederholt werden

Am Freitag, den 6. September 2019 haben der TV Jahn Rheine und der LAV Rheine gemeinsam das 1. Rheiner Seniorensportfest durchgeführt. Motiviert durch das positive Echo der rund 60 Teilnehmer*innen aus 27 Vereinen war das 2. Seniorensportfest Rheine für den 19. September 2020 geplant.

Bewusst wurde von den beiden veranstaltenden Vereinen diesmal ein Samstag für den Wettkampf ausgesucht. Damit war die Hoffnung verbunden, dass die Teilnehmerzahl noch ein deutliches Plus gegenüber der ersten Veranstaltung erhalten sollte. Im vergangenen Jahr, nahmen viele Masterathleten, aus dem Ruhrgebiet, über das angrenzende Niedersachsen bis aus der Euregio Region, teil. Die Teilnehmerfelder waren gespickt mit Westfalen- und Deutschen Meister*innen und sogar Sieger*innen und Platzierte von Europa- und Weltmeisterschaften waren am Start.

Und genau diese Umstände führen nun dazu, dass die Veranstaltung in der geplanten Form nicht durchgeführt werden wird. Lange haben die Verantwortlichen der beiden Vereine gehofft, dass die Veranstaltung im Rahmen der vom DLV initiierten „Late Season“ noch durchzuführen sei.

Aber die Bedenken sind dann doch zu groß, dass dieses Leichtathletikevent, gerade weil es eines der ersten überhaupt in diesem Jahr wäre, zu einem regelrechten Meldeboom führen könnte. Und dieses ist dann mit dem Hygienekonzept des FLVW und des DLV nicht zu stemmen.

Zwar wurde in der Sitzung der Kreisvorsitzenden Leichtathletik des FLVW der Wunsch geäußert, das kleinere Sportfeste mit disziplinspezifischem Angebot durchgeführt werden sollten, aber der Kreisleichtathletikausschuss Steinfurt /Tecklenburg hat jüngst beschlossen, in diesem Jahr keine Wettkämpfe mehr durchzuführen. Auch die Westfalenmeisterschaften werden in diesem Jahr ersatzlos gestrichen.

So haben die Organisatoren kürzlich schweren Herzens gemeinsam entschieden, dass es das 2. Seniorensportfest Rheine zwar geben wird, aber halt erst im Jahre 2021.

Ein konkreter Zeitpunkt steht noch nicht fest, aber es wird wohl wieder ein Termin im September sein. Und wie für 2020 geplant, soll es dann ein Samstag werden, damit auch diejenigen, die freitags arbeiten müssen, sich daran beteiligen können. Von Seiten der Organisatoren besteht die Hoffnung, dass alle Interessierten Verständnis für diese Entscheidung aufbringen. Verbunden mit der Hoffnung, dass alle gesund bleiben freuen sich der der Abteilungsvorstand Leichtathletik des TV Jahn Rheine und der Vorstand des LAV Rheine auf ein Wiedersehen mit allen Masters und Helfern/innen oder Organisatoren im nächsten Jahr.