Bewegungskindergarten Mobile

Der inzwischen fünfgruppige, 1994 in Betrieb genommene, psychomotorische Bewegungskindergarten Mobile liegt im Freizeitpark des Sportvereins TV Jahn Rheine (NRW). Eine Erziehung durch Bewegung im Sinne der Psychomotorik wurde als wichtigstes Medium zur Realisierung von Erziehungszielen bereits vor dem Bau des Kindergartens in seiner pädagogischen Konzeption festgeschrieben.

Diese pädagogische Konzeption wird vom Team der Kita jeden Tag und  in allen Bereichen gelebt; so bleibt sie  lebendig und hält den Vorstand und die Einrichtung ständig in Bewegung.

Zum Vereinsgelände am Stadtrand von Rheine gehören eine Tennisanlage mit Außenplätzen und zwei Tennishallen, ein Gesundheitszentrum, mehreren Mehrzweckhallen sowie einem riesigen Außengelände mit Rasenflächen, Beachvolleyballanlage, Skaterbahn und Sportspielplatz. Alle Außen- und Innenanlagen können vom Kindergarten genutzt werden. Direkt neben diesen Anlagen liegt ein Waldgebiet.

Der Kindergarten liegt inmitten dieser Anlagen und ist räumlich in alle Einrichtungen des TV Jahn eingebunden. Der Eingangsbereich des Bewegungskindergartens wirkt sowohl durch seine Farbgestaltung als auch der Übersichtlichkeit der von ihm abzweigenden Räume auf den Besucher gleichermaßen einladend wie strukturiert. Ein Multifunktionsraum ermöglicht Kleingruppenarbeit. Ihm gegenüber liegt der Eingang zu den Räumen des KükenClub, einer Spielgruppe des TV Jahn für 2jährige Kinder.Direkt neben diesem Eingang befindet sich der  Snoezelraum, der  zum Träumen und Entspannen einlädt.  Der seitlich davon gelegene Materialraum  beherbergt die Großgeräte für die Bewegungsstunden. Unsere Kindergartenküche und die Personal-Sanitärräume des Kindergartens liegen im gleichen Flurbereich wie das  Kindergartenbüro und der Durchgang zur 5. Kindergartengruppe. Ebenfalls im ersten Flurbereich befindet sich die Tür zum Herzen unseres Kindergartens, dem Bewegungszentrum. Dessen Wände sind  beweglich (!) sind und   vergrößern oder verkleinern den Raum je nach Angebot. Vom Bewegungszentrum aus führen zwei Schiebetüren zu den vier Gruppenräumen.

Jede Gruppe verfügt über einen hellen Gruppenraum mit zweiter Spielebene und einem weiteren, großzügigen Gruppenraum unter dem Dach. Zusätzlich gehört zu jeder Gruppe ein eigener kleiner Bewegungsraum, ein großzügiger Spielbereich im Flur, ein großer Wasch- sowie einen Abstellraum. Neben dem Gruppenraum unserer Kleinsten haben wir einen Schlafraum eingerichtet und einen Sinnesraum, der allen Kindergartenkindern Gelegenheiten zu Experimenten mit Wasser und Sand sowie anderen großräumigen Sinneserfahrungen bietet.

Das Besondere unserer Raumgestaltung ist die Flexibilität der Raumnutzung und -einrichtung. Der Kindergarten verändert immer wieder sein Gesicht; in Absprache, unter Mithilfe und je nach Bedürfnislage der Kinder. So bleibt selbst die Einrichtung unseres Kindergartens „immer in Bewegung“.

Bewegungskindergarten

Kinderwelt ist Bewegungswelt – also muss ein Kindergarten auch ein Bewegungskindergarten sein.

Die Erziehung durch Bewegung im Sinne der Psychomotorik stellt das wichtigste Medium zur Realisierung von Erziehungszielen dar. Richtziel ist die Selbstverwirklichung in sozialer Gemeinschaft, indem das Kind befähigt wird, sich mit sich selbst, seiner materialen und sozialen Umwelt auseinander zu setzen. Durch diese Auseinandersetzung erlangt das Kind in zunehmendem Maße Ich, Sach- und Sozialkompetenz als Basis für eine umfassende Handlungskompetenz. Diese Richtziele werden verwirklicht, indem wir den Kindern

Handlungsspielraum geben

  • durch großzügige Räumlichkeiten
  • flexible Raumnutzung
  • spannende Lern- und Experimentierorte

Bewegungsspielraum geben

  • durch Bewegungszeiten für zwei Stunden an drei Vormittagen in der Woche pro Gruppe
  • durch  Bewegungsmöglichkeiten nicht nur während der Bewegungszeiten, sondern als Grundprinzip von Kindergartenarbeit

Entwicklungsspielraum geben

  • durch die Verwendung von weniger Tischen und Stühlen entstehen für die Kinder Möglichkeiten zum eigenverantwortlichen, selbstständigem und kreativem Schaffen
  • durch Experimente mit immer neuen Materialien im Gruppenraum  erweitert das Kind seine Anpassungsmöglichkeiten und entwickelt stets neue Bewegungs- und Handlungsmuster

Erfahrungsspielraum geben

  • neben dem wöchentlich 1x stattfindenden angeleiteten Naturerfahrungsangebot im benachbarten Wald bietet der Kindergarten selbst viel Platz für vielfältige Naturerfahrungen durch selbstbestimmtes Spiel im eigenen Sinnesgarten, im Verkehrsparcour, in der Bewegungsbaustelle mit Kletterparcour, im Matschbereich, in der Kletter- und Rutschanlage, in der Vogelnest-Schaukel, im Weidentunnel mit unterschiedlichen Tastuntergründen und riesigem Sandspielbereich
  • Beachvolleyball-Anlage
  • Skater-Anlage
  • Riesige Rasenflächen

Orientierungsspielraum geben

  • Kinder brauchen Rituale, um sich in der Welt zurechtzufinden; deshalb hat jede Gruppe drei festgelegte Bewegungstage, einen Kochtag und einen Waldtag

Förderspielraum geben

  • für jedes Kindergartenkind wird zu Beginn der Kindergartenzeit ein Bildungsbuch angelegt, in dem Beobachtungen und diagnostische Daten festgehalten sowie gemeinsam mit dem Team, den Eltern und ggf. anderen beteiligten Experten Förderziele formuliert und Förderpläne erstellt werden

Besonderheiten der Einrichtung

Die Stärken der Einrichtung sind Kreativität, Flexibilität, das unermüdliche Engagement und die ständige Lernwilligkeit des Teams  sowie der große Teamgeist insgesamt (bei Team, Eltern und Träger). Auch das Interesse und die rege Beteiligung der Eltern an der Arbeit  ist etwas ganz Besonderes. So konnte sich das Gesicht des Kindergartens und seines Außengeländes nur deshalb ständig ändern und an die Bedürfnisse der Kinder anpassen, weil sich immer wieder eltern fanden, die unsere Arbeit mit Engagement und Muskelkraft unterstützten.

Dass das Bewegungskonzept nicht nur auf dem Papier steht, sondern in allen Bereichen gelebt wird – das ist dem Team inzwischen so selbstverständlich, dass es nicht mehr als Besonderheit hervorgehoben wird.